Die zweite Verhandlungsrunde in der Tarifrunde DRK 2025 endete mit gemischter Bilanz: Es gibt erste Lichtblicke – aber der große Durchbruch bleibt aus. Die Arbeitgeber haben sich zwar bewegt, doch jetzt braucht es kräftigen Rückenwind aus den Betrieben, um an den entscheidenden Punkten noch mehr zu erreichen.
Entgelt: Erste Schritte – aber kein Ergebnis
Die Arbeitgeber boten Entgelterhöhungen von insgesamt 5,8 Prozent bei einer Laufzeit von 27 Monaten an. Das orientiert sich am Abschluss im öffentlichen Dienst Bund/Kommunen im Frühjahr. Bei den Ausbildungsvergütungen können sich die Arbeitgeber eine überproportionale Erhöhung in zwei Schritten von jeweils 85 Euro vorstellen. Doch noch ist nichts in trockenen Tüchern. Alles hängt an den nächsten Verhandlungen im Juli und den noch strittigen Punkten.
Notfallsanitäter*innen: Kein Zeichen der Anerkennung
Die Arbeitgeber verweigern weiterhin eine spürbare Verbesserung der Bezahlung für Notfallsanitäter*innen. Die Übertragung der Entgeltwerte aus der Entgeltgruppe 9: Klare Ablehnung. Für uns ist das nicht nachvollziehbar: Wer täglich Leben rettet, trägt enorme Verantwortung – und genau diese Verantwortung muss sich auch im Gehalt widerspiegeln. Angesichts des akuten Fachkräftemangels ist es nicht nur eine Frage der Anerkennung, sondern auch der Notwendigkeit, endlich gegenzusteuern.
Sozial- und Erziehungsdienst: Noch kein großer Wurf
Die Arbeitgeber können sich eine Verbesserung bei der Praxisanleiter-Zulage im Sozial- und Erziehungsdienst vorstellen. Um Anspruch auf die Zulage zu haben, müssen Beschäftigte mindestens mit 15 % ihrer Arbeitszeit als Praxisanleiter*innen tätig sein. In der Praxis ist das oft schwer nachzuweisen. Diese 15 % Regel könnte jetzt fallen. Eine Ausweitung der SuE-Zulage auf die Entgeltgruppe 13 sei ebenfalls denkbar. Doch bei der Erhöhung der Zulage mauern die Arbeitgeber. Eine höhere Zulage ist jedoch angesichts steigender Anforderungen geboten.
Unsere Forderungen bleiben auf dem Tisch
- +8 % mehr Geld, mindestens aber 350 € monatlich und 200 EUR für Azubis
- Anhebung der Entgelte der Notfallsanitäter*innen auf das Niveau der Entgeltgruppe 9
- Erhöhung der Zulage im Sozial- und Erziehungsdienst um 150 € bzw. 100 € monatlich
- Erhöhung aller Funktionszulagen (nach § 23a) um zusätzlich 10 %, sowie der Zulage für Praxisanleiter*innen auf 250 €
Darüber hinaus erwarten wir:
- Erhöhung der Nachtzuschläge und Schichtzulage
- Zwei zusätzliche freie Tage für alle – und zwei weitere für ver.di-Mitglieder
- Mehr freie Zeit für Beschäftigte beim DRK
- Zahlung der SuE-Zulage auch für die Entgeltgruppe S 13
Jetzt werden wir laut und sichtbar
Rund 200 Kolleg*innen von euch haben bei der zweiten Verhandlungsrunde vor dem Verhandlungshotel demonstriert. Ein wichtiges Signal! Das hat Bewegung in die Verhandlungen gebracht. Um möglichst viele unserer Forderungen durchzusetzen, schalten wir noch einen Gang hoch: In den Betrieben. Auf der Straße. Laut. Sichtbar. Entschlossen. Beteiligt euch an den kommenden Aktionen und Arbeitskampfmaßnahmen. Alle Infos gibt es bei eurem ver.di Bezirk.
Du bist noch kein ver.di-Mitglied? Dann ist jetzt aber höchste Zeit, sich unserer starken Gewerkschaft anzuschließen.